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BEHINDERTE UND DAS SOZIALE MODELL VON BEHINDERUNG Der uneinheitliche Gebrauch des Begriffs "Behinderung" kann zu Verwirrungen führen. Es ist daher vonnöten, sich zu vergegenwärtigen, was man unter "Behinderung" versteht und wer "Menschen mit Behinderung" sind. Das medizinische Modell beispielsweise, welches zugleich das weithin anerkannte ist, berücksichtigt ausschließlich die Beeinträchtigung. Andere Modelle wie das administrative oder das karitative Modell sehen Behinderung hingegen entweder als Gegenstand eines Verwaltungsakts oder als persönlichen Unglücksfall. Wer oder was sind Behinderte? Behinderte sind Menschen mit Beeinträchtigungen, die von der Gesellschaft behindert werden. Was versteht man unter "Behinderung" ? Unter "Behinderung" versteht man Nachteile oder Handlungsbeschränkungen, die sich aus dem Wesen und Zustand der Gesellschaft ergeben. Die Umwelt nimmt keine Rücksicht auf Menschen mit Beeinträchtigungen, schiebt sie ins Abseits und hindert sie daran, sich an Aktivitäten zu beteiligen, die für andere Menschen normal sind. Behinderung ist – ebenso wie Rassismus und Sexismus – eine Form von Diskriminierung. Was versteht man unter "Beeinträchtigung" ? Von Beeinträchtigung spricht man bei Menschen, die sich allein darin von den meisten anderen Menschen unterscheiden, dass sie eine Verletzung oder lang anhaltende gesundheitliche Probleme erleiden. Diese können das Gehirn oder den Körper betreffen, sie können Schmerzen verursachen, Müdigkeit hervorrufen oder die Sprech- und Erinnerungsfähigkeit beeinträchtigen. Beeinträchtigungen führen nicht zu Behinderungen, genauso wenig wie sie Behinderung rechtfertigen. Das soziale Modell von Behinderung Das soziale Modell wurde von Menschen mit Behinderung mit dem Ziel entwickelt, Diskriminierung aufzudecken und zu bekämpfen. Dieses Modell weist nicht der behinderten Person die Schuld für ihre Probleme zu. Es erlaubt Menschen mit Behinderung, zu beseitigende Missstände offen zu legen, ablehnende Einstellungen gegenüber Behinderten aufzudecken und zu erklären, warum manche Menschen sich weigern, mit Behinderten zu sprechen, oder warum manche Gebäude für Menschen mit Behinderungen nicht zugänglich sind. Das soziale Modell gestattet behinderten Menschen außerdem, öffentlich für einen positiven Wandel einzutreten, z. B. für mehr Rücksichtnahme auf Behinderte oder barrierefreien Zugang zu allen Gebäuden unabhängig von der Art der Behinderung. Mit Hilfe des sozialen Modells gelingt es behinderten Menschen, ihr eigenes Leben ebenso zu thematisieren wie Menschenrechte und Gleichberechtigung. Auf diese Weise können Menschen mit Behinderung darüber aufklären, wie sich mehr Gleichberechtigung durchsetzen ließe, anstatt nur darüber zu berichten, welche Aktivitäten ihnen verwehrt sind. Quelle (bisher nur in englischer Sprache):
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